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Radfahren im Winter – wichtige Tipps

Das Radfahren im Winter ist gesund. Foto: © Alex Sipeta / stock adobe

Das Radfahren im Winter ist gesund, wenn Sie sich richtig kleiden und Ihr Fahrrad auf die schwierigen Verhältnisse auf den Straßen vorbereiten. Schenken Sie der Wartung und Pflege Ihres Fahrrades im Winter besondere Aufmerksamkeit. Dies dient Ihrer Sicherheit. Zudem sollten Sie sich damit vertraut machen, wie Sie sich im Winter am besten im Straßenverkehr verhalten.

Fahrradfahren im Winter – die Vorteile

Radfahren im Winter hat gleich mehrere Vorteile. Die meisten davon betreffen die Gesundheit, denn das sportliche Engagement fordert und stärkt das Immunsystem. Zu vergleichen sind die Vorteile mit einem Saunagang, bei dem das Herz-Kreislauf-System beansprucht wird. Radsport im Winter kräftigt die Gefäßwände und ermöglicht dadurch, dass die Körperflüssigkeiten besser fließen und Schadstoffe schnell abtransportiert werden.

Radfahrer, die im Winter outdoor ihre Runden drehen, steigern ihre Fitness. Dies wirkt sich positiv auf die körperliche und psychische Gesundheit aus. Das Radeln beugt Gelenk- und Rückenbeschwerden vor. Zudem kann es das Risiko, an Depressionen zu erkranken, mindern. Durch Bewegungs- und Lichtmangel verursachte Winterdepressionen sind bei Fahrradfahrern, die ihr Gefährt regelmäßig nutzen, seltener, da sie sich ausreichend bewegen und ausreichend Sonne tanken. Zudem stellt sich Wohlbefinden ein, weil der Körper mehr Glückshormone ausschüttet.

Doch die Sonne, die der Radfahrer bei seinen Touren abbekommt, hat noch einen weiteren Vorteil: Sie beugt einem Vitamin-D-Mangel vor. Das Sonnenvitamin ist wichtig für den Aufbau der Muskulatur und der Knochen. Zudem wirkt es sich positiv auf die Nervenzellen im Gehirn und auf das Immunsystem aus.

Manch einer mag die positiven Auswirkungen auf den Körper anzweifeln und die Angst vor einer Erkältung und Fieber ist groß. Doch viel größer ist das Erkältungsrisiko bei Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Tipp: Geht es Ihnen als Radfahrer hauptsächlich um die Bewegung und Fitness, könnte Indoor-Cycling für Sie die richtige Sportart sein. Der auch als Spinning bezeichnete Sport ist eine hochintensive Form des Ausdauertrainings, bei dem unterschiedliche Fahrtechniken, Geschwindigkeiten und Widerstände simuliert werden. Vergessen Sie nicht, Ihr outdoor genutztes Fahrrad richtig zu überwintern.

Die richtige Bekleidung

Oberstes Gebot beim Fahrradfahren im Winter ist, sich vor Kälte und Feuchtigkeit zu schützen. Deshalb kleiden Sie sich am besten nach dem Zwiebelprinzip. Dadurch passen Sie sich am besten den wechselnden Bedingungen an. Denn mal fahren Sie durch sonnige und mal durch schattige Abschnitte. Achten Sie darauf, dass die Fahrradbekleidung atmungsaktiv ist und schnell trocknet.

Beginnen Sie mit der Unterwäsche aus Merinowolle. Mit dieser sind Sie den Temperaturschwankungen während Ihrer Tour gewachsen. Denn die Wolle ist in der Lage, die Wärme zu speichern, und es dauert, bis sie durch Kälte abkühlt. Mögen Sie die Wolle nicht, wählen Sie stattdessen Mischgewebe, Polyester, Baumwolle oder speziell Funktionsmaterialien.

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Baselayer

Ein Baselayer ist ein atmungsaktives Shirt mit langen oder kurzen Ärmeln. Die langärmeligen Shirts nennen sich Longsleeves und reichen bis zu den Handgelenken. Den Hals schützen Sie mit einem leichten Turtleneck vor der Kälte. Die Unterhose sollte mit einem Sitzpolster ausgestattet sein. Die Socken bestehen aus einem wärmenden, atmungsaktiven Materialmix und schützen vor Schweißfüßen.

Midlayer

Die zweite Schicht besteht aus dicht gewebten Stoffen und mehr Materialeinsatz als das Sommertrikot. Diese Midlayer dienen der Wärmeisolation. Damit sie die Wärme speichern können, werden die Stoffe innen angeraut und enthalten Elastan (Spandex) für die Elastizität. Zudem bieten die Midlayer Ihnen ausreichend Bewegungsfreiheit.

Für Fahrradfahrer, die im Winter unterwegs sind, eignen sich warme Trikots, bei denen winddichte Membrane und Softshell-Materialien zum Einsatz kommen. Mögen Sie es lässiger, können Sie auf Hoodies und Pullover als Fahrradoberteile zurückgreifen.

Die Fahrradhosen für den Winter schützen durch spezielle Gewebe den Körper vor der Auskühlung und sie sind winddicht. Zudem schützen sie durch eine DWR-Beschichtung vor Spritzwasser. DWR steht für Durable Water Repellent. Die Beschichtung weist Wasser dauerhaft ab, nimmt aber dem Stoff nicht die Atmungsaktivität.

Outer Shell

Die dritte und letzte Schicht besteht aus einer wind- und wasserdichten Fahrradjacke. Mit dieser sind Sie gegen Sturm, Regen und Schnee gewappnet. Wählen Sie für Ihre Jacke eine auffällige Farbe und achten Sie darauf, dass diese reflektierende Details enthält. Denn im Straßenverkehr sind Sie damit besser zu erkennen.

Die Regenjacke, die Sie immer mit sich führen sollten, hat einen verlängerten Rücken, der den unteren Rücken beim Fahren schützt. Jetzt fehlen noch die Schuhe. Sie entscheiden sich zwischen winterfesten Fahrradschuhen und speziellen Stiefeln. Das Schuhwerk besitzt einen verlängerten Schaft, der den Knöchelbereich schützt. Den Schutz vor Kälte und Nässe können Sie mit isolierenden Überschuhen verstärken. Diese ziehen Sie über Ihre herkömmlichen Fahrradschuhe.

Accessoires

Zudem brauchen Sie noch einige Accessoires, die Ihr Winteroutfit für Fahrradfahrer komplettieren. Dazu eignen sich Stirnbänder, Fahrradmützen, Schlauchtücher und Fahrradhandschuhe. Optimal für Radfahrer sind Handschuhe mit Lobster-Schnitt. Sie vereinen die positiven Eigenschaften von Fingerhandschuhen und Fäustlingen, denn sie wärmen nicht nur, sondern bieten auch Fingerfreiheit.

Für den Schutz des Kopfes vor der Kälte reicht ein Fahrradhelm nicht aus. Am besten schützt Sie eine Sturmhaube an kalten Wintertagen. Diese finden Sie im Handel unter dem Begriff Balaclava. Darüber tragen Sie Ihren Fahrradhelm, den Sie bei Regen mit einem Helm-Regencover überziehen. Dieser sollte reflektierende Elemente enthalten.

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Das richtige Verhalten im Straßenverkehr

Das Fahrradfahren im Winter ist ungleich schwieriger als in den anderen Jahreszeiten, denn Eis, Schneematsch, Regen und Laub können Sie ins Schleudern bringen. Deshalb ist die oberste Devise, die Verkehrsregeln einzuhalten, Abstand zu halten und ein langsameres Tempo an den Tag zu legen.

Zudem sollten Sie das Bremsen bei Schnee- und Eisglätte in Kurven vermeiden. Ist dies dennoch erforderlich, bremsen Sie nicht abrupt, sondern frühzeitig und mit Maß. Dazu nutzen Sie die Hinterradbremse, da sich das Hinterrad besser beherrschen lässt als ein Vorderrad.

Lenken Sie auch nicht, sondern lassen Sie sich – ohne zu bremsen – ausrollen. Stellen Sie den Sattel vorübergehend niedriger, können Sie den Boden schneller erreichen. Dies schädigt jedoch die Knie, weshalb Sie diese Methode nur bei extremen Bedingungen einsetzen sollten. Mehr Halt auf der Fahrbahn haben Sie zudem, wenn Sie den Luftdruck im Reifen absenken.

Achten Sie zusätzlich darauf, dass Sie für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sind. Dazu statten Sie Ihre Kleidung, Fahrradtaschen und den Helm mit reflektierenden Elementen aus. Das Tragen einer Warnweste bringt zusätzliche Sicherheit.

Die Wartung des Fahrrades im Winter

Besondere Beachtung sollten Sie der Wartung des Fahrrades im Winter schenken. Überprüfen Sie vor jeder Fahrt die Beleuchtung und testen Sie, ob alle Akkus und Batterien aufgeladen sind. Zudem müssen Sie die Bremsen und die Schaltung überprüfen, denn verschmutzte und verschlissene Schaltzüge führen zu unpräzisem Schalten. Am besten tauschen Sie die Schaltzüge vor dem Winter aus.

Testen Sie, ob die Räder beim Schieben blockieren, wenn Sie bremsen. Anderenfalls stellen Sie die Bremsen nach. Abgefahrene Bremsbeläge sollten Sie austauschen. Lassen sich die Bremshebel schwer bedienen, fetten Sie diese, einschließlich der Bremszüge. Hilfreich sind spezielle Bremsklötze für Nässe.

Im Winter braucht Ihr Fahrrad mehr Pflege. Säubern Sie deshalb regelmäßig die Kette, die Bremsen, Ritzel sowie die Zahnkränze. Zur Pflege gehört zudem das Fetten der Schaltmechanik und der Kette. Zudem sollten Sie die Reflektoren kontrollieren und säubern.

Ziehen Sie für den besseren Grip grobstollige Reifen oder Spikereifen auf. Nicht vergessen: Den Reifendruck leicht absenken. Zudem erhöhen griffige Pedale die Kontrolle. Taugen ihre bisherigen Pedale nicht, ist der Herbst, der richtige Zeitpunkt, diese durch griffige Exemplare zu ersetzen.

Tipp: Nutzen Sie ein Pedelec, lagern Sie den Akku bei Zimmertemperatur und setzen Sie ihn erst vor Fahrtantritt ein. Der Grund dafür liegt darin, dass die Kälte die Reichweite und die Leistung reduziert.

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Verfasst von Hajo Simons

Hajo (Heinz-Josef) Simons, Jahrgang 1956, arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).
Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet er frei. Geschrieben hat er unter anderem für Financial Times Deutschland, Börse Online, das frühere Verbrauchermagazin DM, GeldIdee, Impulse, Capital, Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel, Immobilien Manager und zahlreiche andere.
Verfasst hat er, teils mit einer weiteren Autorin, mehr als 20 Bücher rund um Geldanlage, Versicherungen, Immobilien sowie Recht & Steuern. Nach seiner Zwischenstation als Partner einer Kölner PR-Agentur arbeitet er heute weiterhin als Fachjournalist und betreut Unternehmen, Anwalts- und Steuerberatungskanzleien als Kommunikationsberater.